My road to heroX

Als der Startschuss fiel, ging es vorbei an den vielen Zuschauern in Wolkenstein direkt los zum ersten Berg.

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So war nach dem ersten Kilometer nicht mehr viel mit Zuschauern und es ging steil eine Skipiste nach oben. Nach der ersten Hälfte des Berges kamen bereits die Männer von hinten und es wurde eng auf den Schotterpisten, nächstes mal muss ich wohl schneller fahren 😉

Und nach den ersten 30 Minuten wurde mir bewusst wie hart der heutige Tag werden würde, denn ich musste hier schon das erste mal schieben. Immer mehr Männer kamen von hinten, also schwang ich mich so schnell als möglich zurück in den Sattel.

Doch dann wurde es leichter, denn man sah die Bergstation, und obwohl ich genau wusste wie viele Berge noch kommen, motivierte es mich ungemein.

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Auf 2298 Meter war es dann definitiv ziemlich kühl, aber es ging direkt auf der anderen Seite wieder den Berg nach unten. Über schöne Trails ging es serpentienenförmig immer tiefer ins Tal. War zwar schön, aber man weiß ja, man muss alles wieder Bergauf.

Und so bekam ich nach kurzen Anfeuerungsrufen von Michi direkt den nächsten Berg zu sehen. Dieser erschien nahezu endlos und wirklich steil. Und ich wusste, meine Taktik, so lange als Möglich auf dem Rad zu bleiben, geht nicht auf. Solche Berge hat weder Albstadt noch Jena zu bieten. Und ganz schnell kamen die ersten Zweifel. Die Mädels mit denen ich bis dahin in einer Gruppe gefahren bin motivierten mich zusätzlich und ich gab noch einmal alles, den Berg, laufend und schiebend zu erklimmen. Der Ausblick oben entschädigte dafür für sämtliche Qualen.

Noch kurz ein Selfie geknippst, und schon ging es weiter. Ab dann kam mir die Strecke etwas mehr entgegen. Welliges Terrain. Immer wieder kurz und knackig bergauf, zum Teil sogar flach und eine Wahnsinns Aussicht.

Am Ende dieses Parts ging es dann wirklich anspruchsvolle Trails nach unten zur Verpflegungsstation. Immer wieder erstaunlich wie die Definition von „leichten“ Trails in allen Ländern und vor allem Bergregionen unterschiedlich ist.

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Hier war der erste Moment an dem mir wirklich der Spaß verging. Mein Körper merkte die Anstrengung, und die Trails waren vor lauter Menschenmengen nicht mehr fahrbar.

In Araba angekommen, musste ich meine Mädelsgruppe ziehen lassen, der nächste Berg wartete und ich wusste mein Körper braucht Nahrung und eine lange Pause.

So schnappte ich mir einige Bananen, Riegel, Gel und sonstiges und genoß das wilde treiben an der Verpflegungsstation. Ich wusste am Ende des Berges wartet die Familie zum anfeuern, aber der Berg sollte noch einmal alles abverlangen. Bis dahin lief es ganz gut, aber ich wusste ab jetzt würde es hart werden. Nach zwei gefahrernen Bergen wollte ich es aber unbedingt ins Ziel schaffen, auch wenn ich wusste es wird eine Tagestour.

Der nächste Berg wartete mit losem grobem Schotter, dafür aber mit einem schönen Wasserfall. Nach etwa der Hälfte des Berges, ging es dann auf die Pass Straße, und diese war nicht gesperrt. So teilten sich Radfahrer und Autofahrer die Straße hinauf zur nächsten Bergstation. Meiner Meinung nach war diese Lösung nicht gelungen, deshalb freute ich mich ganz besonders oben zu sein.

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Oben wartete auch schon Sandro und verpflegte mich schnell, und sollte dann der Rest der Familie warten, also ab in die nächste Abfahrt. Schönste Singletrails schlängelten sich durch den Matsch 😀 Demnach dauerte es keine zwei Minuten bis mein Fuß knöcheltief im Schlamm steckte !

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Ab jetzt ging es wirklich auf anspruchsvollen Trails bergab, und dazu wurden es um mich herum immer dichter an Menschen. Es war definitiv fahrbar, leider verlor ich sehr viel Zeit da es super chaotisch zuging mit schiebenden Radlern, langsamen Radlern und Rasern.

 

Am Fuß des Berges wartete schon die Familie, und ich hatte einen weiteren Grund für eine lange Pause 😉 Bevor die letzten 520 Höhenmeter bewältigt werden mussten. Der Körper war zu diesem Zeitpunkt nun wirklich leer, und ich bereute die letzten Tage mit viel Training und dass nicht frühstücken. Ich versuchte meine Speicher so gut als möglich wieder aufzufüllen mit allem was vorhanden war, obwohl ich wusste ab jetzt wird es eine Mentale Challenge.

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Nachdem erst noch weitere schöne steinige Trails folgten, ging es in den letzten Anstieg. Im Kopf machte sich dass schöne Gefühl breit, nur noch ein Berg und dann ist es geschafft. Dummerweise hatte dieser eine Berg es wirklich in sich. Es wurde noch einmal richtig zäh und steil. Nachdem ich gerade wieder in Fahrt gekommen war, war es wirklich ermüdend erneut schieben zu müssen. Deshalb versuchte ich mich noch einmal richtig zu motivieren und alles aus mir heraus zu holen um so lange wie möglich nicht schieben zu müssen. Aber nicht nur mir ging es so, ringsum wurde sich gegenseitig motiviert und angefeuert ! Und diese kleinen Worte hatten eine wahnsinnig große Bedeutung, denn ich merkte selbst wie dadurch oft noch ein paar Meter mehr möglich wurden.

Endlich oben angekommen, sagte mein Höhenprofil es geht nur noch bergab. Hier traf ich eine neue Gruppe. Zwei Männer versuchten sich die letzten Meter bergauf mit mir zu duellieren. Genau das richtige für die letzten 10 Kilometer. Und so packte mich schnell der Ehrgeiz und wir rasten die letzten Trails noch hinunter.

Dummerweise entsprach das Höhenprofil nicht ganz der Realität und es ging immer wieder wellig bergan. Und nachdem ich das ganze Rennen nur überholt wurde, war es umso schöner endlich auch selbst zu überholen. Ohne diese extra Portion Motivation wäre es für mich sicherlich ganz schön hart geworden, aber so merkte ich die Anstrengung kaum.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Lisa sagt:

    Schöner Bericht. Ich kenne die Sella Ronda nur mit Gondel. Da Rennen habe ich schom einmal als Zuschauerin gesehen. Jetzt kann ich mir ungefähr vorstellen, wie es ist, diese Wahnsinnstour als Rennen zu fahren. Hut ab!

    Liken

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